Hochdruckreinigung wird in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr als eine sehr effektive und Wasser sparende Reinigungsmethode eingesetzt; der Anwendungsgebiete gibt es sehr viele: von der Reinigung in Haus, Garten und Küche bis zur industriellen Reinigungstechnik.
Trotz der Tatsache, daß automatische Systeme − insbesondere in der Industrie − langsam die Oberhand gewinnen, kann im allgemeinen festgestellt werden, daß Hochdruckreinigung größtenteils Handarbeit ist, bei der Gefahren und Risiken nicht auszuschließen sind. Hochdruckreinigung ist denn auch eine gefahrvolle Aktivität, bei der sich jährlich Unfälle mit Verletzungen ereignen.
Bevor sich die Risiken und Gefahren der Hochdruckreinigung erfassen lassen, muß definiert werden, was unter Hochdruckreinigung zu verstehen ist. In der Praxis erweist sich dies als beträchtliche Grauzone, in der man oft von keinerlei Vorschriften weiß; zudem werden verschiedene Definitionen verwendet, um den Druckbereich anzugeben. So hat z. B. eine durchschnittliche Wasserleitung einen Druck von 2 bis 4 bar, während in der Hochdruckreinigungstechnik ein Schlauch mit einem Restdruck von weniger als 25 bar als „drucklos” angesehen wird. In den Niederlanden sprechen wir erst dann von einem Hochdruckreiniger, wenn dieser einen Arbeitsdruck von mindestens 250 bar hat, oder wenn das Produkt aus Arbeitsdruck und Wasserertrag (an der Sprühdüse) bei einem Mindestarbeitsdruck von 25 bar über 5000 ist. Handelt es sich tatsächlich um Hochdruckreiniger, dann gelten dafür Vorschriften.
Beispiel:
Ein Hochdruckreiniger hat einen Arbeitsdruck von 150 bar und einen Wasserertrag von 15 l/min: 150 x 15 = 2250, das liegt unter 5000, weshalb es sich nicht um einen Hochdruckreiniger handelt. Die Vorschriften finden keine Anwendung.
Bei einem Arbeitsdruck von 200 bar und einem Ertrag von 30 l/min handelt es sich um einen Hochdruckreiniger, denn 200 x 30 = 6000, das ist mehr als 5000.
Eine Reinigungsanlage mit einem Arbeitsdruck von 30 bar und einem Wasserertrag von 200 l/min (an der Spritzdüse) ist auch ein Hochdruckreiniger, schließlich sind 30 x 200 = 6000, und das bei einem Arbeitsdruck über 25 bar.
Jede Reinigungsanlage mit einem Arbeitsdruck von mehr als 250 bar ist ein Hochdruckreiniger, unabhängig vom Wasserertrag.
In Situation a) handelt es sich nicht um einen Hochdruckreiniger, die Vorschriften finden demnach keine Anwendung. In den Situationen b) bis d) handelt es sich offiziell um Hochdruckreiniger, also haben wir es dort auch mit den geltenden Vorschriften und Gesetzen zu tun.
Ein sehr großer Teil der täglich verwendeten Hochdruckreiniger hat einen Arbeitsdruck unter 250 bar, oder das Produkt aus Arbeitsdruck und Wasserertrag liegt unter 5000. Hieraus ergibt sich, daß die Mehrheit der Hochdruckreiniger offiziell nicht dazu gehört und demnach keine Vorschriften anwendbar sind. Anhand dieser Formel können Sie selbst ausrechnen, ob Ihre Anlage offiziell ein Hochdruckreiniger ist. Sollte sich herausstellen, daß Ihre Anlage offiziell kein Hochdruckreiniger ist, so möchten wir Sie dennoch darauf hinweisen, daß mit jeder Reinigung − mit Wasser unter Druck − Gefahren und Risiken verbunden sind.